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Hope2 | EmscherWasser

Hope2

Katerstimmung

1. Schlaf

Sein Schädel brummte, seine Glieder schmerzten, als habe er extremen Muskelkater. Er hätte gerne noch etwas länger geschlafen, doch seine Kopfschmerzen machten dies unmöglich. Sein Nacken war steif, seine Augen tränten, als er sie öffnete und direkt in die aufgehende Sonne blickte. Er drehte sich ein wenig, so daß er mit dem Rücken zum kleinen, verschmutzten Fenster lag, und stöhnte.
„Uhr“, krächzte sein Hals hervor.
„Neunzehn Uhr siebenundvierzig Standard, sechs Uhr siebenundvierzig lokal“, antwortete eine weibliche, aber metallische, künstliche Stimme.
Plötzlich fuhr es wie ein Blitz durch den erschöpften Körper. Er fuhr hoch, stieß sich allerdings sofort den Kopf und fiel zurück auf die Kissen. Es war eine Dachwohnung eines dieser neumodischen Häuser mit Spitzdächern, wobei die Decke nur knapp über dem Bett endete, das an der Außenwand stand.
Die Kopfschmerzen waren jetzt unerträglich, sein Kopf schien gleich explodieren zu wollen. Er rollte sich aus dem Bett und purzelte zu Boden, nur, weil er zu faul war, sich mit irgend etwas Mühe zu geben. Er krabbelte wie ein kleines Kind zur Kommode, öffnete die unterste Schublade, die einen Zentimeter über Bodenniveau endete, und holte einige Tabletten aus einem Glasfläschchen. Die Schubladen hatte er selbst eingebaut, extra so tief, daß er auch vom Boden aus herankam. Seine Decke hing tief. Man konnte jetzt schon erahnen, daß er sich hier nicht vollständig aufrichten konnte.
Er hielt die Tabletten in der linken Faust und wühlte mit der rechten Hand weiter in der Schublade herum, wobei eine Flasche Gin herausfiel. Nach einigen Sekunden hatte er gefunden, wonach er suchte. Er steckte sich eine filterlose Zigarette an, schmiß das Feuerzeug wieder in die Schublade und legte sich mit dem Rücken auf den Boden. Er genoß die Zigarette, der Druck in seinem Kopf ließ langsam nach. Er schmiß sich die Tabletten ein und spülte sie mit einigen nicht gerade kleinen Schlücken Gin den Hals herunter. Er mußte keuchen, hustete etwas Schleim aus, dessen Verharren im Mundwinkel und auf dem Kinn er einfach ignorierte. Er seufzte, blieb noch liegen, bis er sich an der Glut die Finger verbrannte. Er erschrak und die Glut fiel erst auf seine Brust, rollte dann aber sofort auf den Boden, wo er sie ausglühen ließ.
Der Qualm und der Gestank des herben Tabaks brachten ihn andauernd zum Husten, der Raum war völlig vernebelt. Die in den Qualm scheinende Sonne verlieh dem Raum einen diabolischen Charakter, der aber von niemandem bemerkt wurde.
Das Wasser roch sehr abgestanden, dennoch konnte man einen Hauch von Duftstoffen riechen, die von den Wasserwerken in das Nutztrinkwasser eingeleitet wurden. Ash konnte sich erinnern, daß vor einiger Zeit einmal der Duftstoff für einige Stunden gefehlt hatte. Das kam auch in den Abendnachrichten, da der Gestank des Wassers so schlimm war, daß an diesem Tag niemand duschte und sich niemand wusch. Einige benutzten teures Trinkwasser zur Körperpflege und verklagten dann die Wasserwerke, da diese den vollen Trinkwasserpreis berechnet hatten. Doch die Kläger unterlagen. Die Richter stellten fest, daß man ohne Probleme einen Tag ohne Körperpflege auskomme und daß die Wasserwerke nicht für kurzzeitige Fehler in der Versorgung verantwortlich zu machen seien. Er erinnerte sich nur, weil er selbst auch geklagt hatte. Er war damals recht arm und wollte seinen Arbeitsplatz nicht verlieren. Er arbeitete als Kundenbetreuer in einer Bank, mußte dort gut riechen. Die Dusche und das Rasieren damals hatte ihn 15 Tex gekostet, etwa 50 mal so viel, wie wenn er das Nutztrinkwasser hätte benutzen können. Erst jetzt fiel ihm aber ein, daß das alles schon Jahre her war. Etliche Jahre.
Erst jetzt realisierte er vollständig, wie heruntergekommen seine Wohnung war. Er schrie, als er auf dem Weg zu seinem Kleiderschrank in eine Glasscherbe trat. Er fing an zu lachen, ging weiter, zog sich Unterwäsche an. Er zündete sich eine weitere Zigarette an, drehte die Flasche Gin auf, trank so lange, bis sein Hals brannte und stellte die offene Flasche auf den flachen, niedrigen Tisch, der vor seiner Computeranlage stand. Er schaltete sein Terminal ein, woraufhin der Monitor erst einmal einige Sekunden ächzte, bevor er flimmernd ansprang. Er hatte keine Nachrichten auf der Anrufannahme, was für ihn nicht ungewöhnlich war.
„Zweiter April 3612, 21 Uhr 44 Standardzeit, 8 Uhr 44 Lokalzeit. Keine Nachrichten“. Ash setzte sich auf den Tisch und kratzte sich am Kopf, während er weiter dem Terminal zuhörte. „Der Kühlschrank ist leer und die Wohnung sollte gelüftet werden, Mister Endell. Außerdem haben sich Abzüge von 3495 Tex 12 Centex angesammelt, da ihr Konto seit 67 Tagen überzogen ist. Möchten Sie etwas einzahlen?“
Da Ash nicht antwortete sagte auch die weibliche Kunststimme nichts mehr. Er trank noch einen Schluck, blickte die Flasche an und fing an zu Grinsen. Er holte aus und schmiß die Flasche durch das geschlossene Fenster, welches widerwillig zerbarst. Dann stand er auf und holte einige Tabletten aus dem Schrank. Er spülte diese mit Alkohol herunter und wartete auf die Wirkung. Er sah sich am Terminal aktuelle Nachrichten an. Ein ESCada, wobei ESC für European SemiConductor stand. In alten Modellen wie seinem waren angeblich sogar noch NIC Chips eingebaut. Woher sollte man die Teile auch sonst nehmen?! Einiges konnte heute nicht mehr so unkompliziert hergestellt werden, dafür gab es noch recht große Lagerbestände. Er stellte sich einen Suprahalbleiter vor, wie ihn NIC damals erfunden hatte. Dieser schimmerte in den wildesten Farben, wurde immer größer und größer, bis Ash in ihn hineingezogen wurde. Es war faszinierend, er hatte noch nie etwas so wunderbares gesehen. Es war kalt, aber das war ja auch ganz logisch. Er sah sich alles genau an, aber obwohl er in Bewegung war, wurde ihm immer kälter. Irgendwann setzte er sich in eine Ecke, um sich einzurollen und somit warmzuhalten, doch schließlich war ihm so kalt, daß er einschlief.


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